VOLL-WERT-PROJEKTE

14. August 2020

DIE NEUE DACHMARKE DER VOLL-WERT-PROJEKTE DER BERLINER BROTFABRIK

Seit Jahren initiiert und realisiert die Brotfabrik kontinuierlich inklusive Kulturprojekte und bietet inklusive Programmformate in fast allen Bereichen des Hauses an. Zunehmend prägt sich die inklusive Grundausrichtung des Hauses aus, das bereits mit dem Motto „Kunst ist Lebensmittel“ die Notwendigkeit und die Rolle von Kunst und Kultur für alle proklamiert.

Jeder Mensch mit oder ohne Beeinträchtigung, ist als Bestandteil einer bestimmten Kultur und Gemeinschaft auch ein Individuum, das an seine biologische Konsti- tution und an seine Lebensgeschichte gebunden ist,

seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Die gegenwärtige Gesellschaft ist hierarchisch vom Leistungsprinzip geprägt, Bewertungsmassstäbe, Gewinne, Zahlen und Statistiken erscheinen als bestimmende und erstrebenswerte (Über)Lebensstrategie. Das Konzept einer hierarchischen Machtstruktur basiert auf der alten aristotelischen Vorstellung von einem absolut Besten, einem Summum bonum.

Die Voll-Wert-Projekte der Brotfabrik starten den Versuch, mit der gemeinsamen künstlerischen Tätigkeit eine Kommunikation und Praxis jenseits des autoritären Hierarchiemodells herzustellen, um kreative Selbstentfaltung, Eigenverantwortung und Selbstwertgefühl ohne Leistungsgedanken von Außen zu ermöglichen. Die Projektteilnehmer*innen partizipieren aktiv von der Heterogenität der Gruppe, bei der sich auch die künstlerische Leitung als Teil der Gruppe begreift, die Anregungen und Ermunterung gibt, Wissen vermittelt sowie Möglichkeiten der Auswahl aufzeigt – in Wechselwirkung und im Dialog mit den mit Teilnehmer*innen.

Jede Stimme wird gehört, Verständnis und gegenseitiges Feedback ermöglicht einen offenen Lernprozess, subjektive Erfahrungen und Erkenntnisse ohne an die Attribute „gut oder schlecht“ zu denken. Im Vordergrund stehen die Lust und die Freude am Experimentieren und Ausprobieren und der verbale oder nonverbale Austausch von Erfahrungen, diese Gemeinsamkeit schafft Gemeinschaft in spielerischer Art und Weise.

Die Arbeit in den Projekten ist nicht etwas von vornherein Festgelegtes, sie entsteht einzig im Moment des Tuns, im Augenblick des Machens. Sich aus dem Moment heraus kreativ zu äußern, schafft sowohl beständig wandelnde Interaktionen als auch ständige Wiederholungen, die gleichermaßen das Gefühl von Sicherheit und Freiheit im zwischenmenschlichen Tun vermitteln ohne an ein bestimmte Ergebnis zu denken. Das Unvollendete, das Zirkuläre und die Redundanz ist hier als Qualität zu begreifen, da es mehr um den Prozess in der Gemeinschaft geht und die gegenseitige Motivation und Wertschätzung im augenblicksgebundenen Tun. Ähnlich wie in der Drehbewegung des Tanzes führt die Bewegung nicht vordergründig an ein bestimmtes Ziel, sondern zur Freude am gemeinsamen Erleben und kann durch ständiges Wiederholen und Üben zu Bewusstsein und Selbstbewusstsein führen („You can’t tango alone. You need two to tango“).

Angesichts des inflationären Gebrauchs und der Missverständlichkeit des Begriffes Inklusion, haben wir die Dachmarke Voll-Wert-Projekte entwickelt, die zur Zeit drei unterschiedliche aber regelmäßige Inklusionsprojekte vereinigt: das Inklusivatelier, den Inklusiven Musikalischen Salon und das Projekt Zurück ins Leben!

Die Voll-Wert-Projekte der Brotfabrik wollen in Anspielung auf unser Hausmotto Kunst ist Lebensmittel bekömmlich, vielfältig, nahrhaft und auf Dauer gesund sein. Eben ein wertvolles und nachhaltiges Gut inmitten umgreifender Fast-Food-Kultur.

Wir laden Sie herzlich ein, unsere Aktivitäten medial zu begleiten, stehen für ein Gespräch zur Verfügung und/oder schicken Bild-und Tonmaterial.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Team Vollwertprojekte:

Petra Schröck (Inklusivatelier), Charlotte Gubig (Inklusiver Musikalischer Salon), Lina Fügmann (Zurück ins Leben!), Iris Bauer(Geschäftsführung)

www.brotfabrik-berlin.de

https://www.facebook.com/Offener-Raum-für-Kunst-und-Denken-1112504935446554/

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