Pilotprojekt in Bremen für inklusive Kulturangebote
Kultur gemeinsam gestalten
Regional vernetzt…
Das Projekt „Regional vernetzt…“ möchte die Teilhabe an kulturellen Aktivitäten für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen verbessern, indem Barrieren gesenkt und Zugänge erleichtert werden.
In unserer bisherigen Arbeit mit Kultips.de hat sich gezeigt, dass eine intensive Kooperation und regelmäßiger Austausch in einem Netzwerk von Betroffenen und Kulturanbieter*innen, sowie Fachleuten aus dem sozialen und dem medizinischen Bereich notwendig sind.
Im Rahmen des neuen Pilotprojekts „Regional vernetzt…“ wird das entstandene Netzwerk weiter genutzt und ausgebaut. Entstandene Kooperationen zu Partnern in Bremen bilden eine wichtige Säule in der weiteren Entwicklung der Netzwerkarbeit – zuerst auf lokaler Ebene – in der ausgewählten Region.
Betroffene werden intensiv in die Entwicklung und den Ausbau des Netzwerks eingebunden.
Regionale Teilhabemöglichkeiten fördern
Wir initiieren Praxisprojekte in unserer Modellregion Bremen und entwickeln die lokalen Strukturen zum Barriere Abbau nachhaltig weiter.
Über die Projektmittel werden beispielhafte inklusive Workshops in den Sparten Musik, Tanz, Kunst, Theater, Literatur etc. initiiert. Die Projekte, die mit ausgewählten Kooperationspartner*innen stattfinden, sollen Impulse setzen für eine Weiterentwicklung von Teilhabeprozessen vor Ort, und zur Netzwerkbildung unter den Akteur*innen anregen.
In der Region arbeitet als Ansprechpartner und Koordinator Christian Schnepf, Mitarbeiter der „Initiative…“ und freier Kulturschaffender in Bremen, der das lokale Netzwerk in der Region betreut.
Projektziele vor Ort
Betroffene kommen vor Ort zu Wort und entwickeln gemeinsam barrierearme Kulturaktivitäten, die Einbeziehung von Betroffenen als (Co-)Dozent*innen und die Unterstützung anderer Betroffener, sowie die Evaluation des Projekts.
Weitere Ziele im Projekt sind:
- Vernetzung der Betroffenen untereinander
- Akteur*innen vor Ort aus Kultur und Gesundheit und Sozialem/Selbsthilfe/Betroffene vernetzen
- Erfahrungen sammeln und auswerten
- Beteiligte weiterbilden (Weiterbildungsbedarfe ermitteln)
- Handbuch entwickeln aus den Erfahrungen des Pilotprojektes in Bremen (für andere
Regionen)
Die Übertragung der Projektergebnisse aus der Region auf die Bundesebene
Aus den Erfahrungen und Aufzeichnungen in der geförderten Region Bremen sollen sich bundesweit Empfehlungen ableiten lassen:
- Fachveranstaltungen, Symposien, Tagungen initiieren
- Weiterbildungsprogramm etablieren
- Fachartikel zum Thema veröffentlichen
- Manual, Ratgeber, Handbuch herausgeben
- Impulsberatungen zu inklusiver Organisationsentwicklung
Kultips
Auf unserer Internetplattform Kultips.de können Anbieter*innen sich zukünftig besser vernetzen, Betroffene können sich über Angebote informieren, austauschen und von ihren Erfahrungen berichten. Hier können auch Maßnahmen beschrieben werden die Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen helfen, um Zugangshürden zum kulturellen Leben für unsere Zielgruppe zu senken. Zum Beispiel ist es möglich hier auch eine Ansprechperson zu benennen oder Begleitkräfte, die sich an den Veranstaltungen beteiligen.
Die Webseite Kultips.de ist unser Ausgangspunkt und ist neben dem Pilotprojekt in Bremen das Herzstück unseres Projektes:
- Betroffene kommen zu Wort (Blog)
- Informationen sammeln, evaluieren und dokumentieren
- Terminkalender zu Fachveranstaltungen und anderen Terminen
- Blog: „Best practices“ werden vorgestellt
- eine Fachstelle soll langfristig etabliert werden
- Gezielte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema (z.B.: Newsletter mit wichtigen Themen)
- Kontakte zu Verbänden, Einrichtungen und Politik werden ausgebaut und verstetigt
Zur Zielgruppe des Projekts/Bedarf
Recherchen haben gezeigt, dass in Deutschland viele Möglichkeiten zur Teilhabe an Kultur für Menschen mit geistigen, körperlichen oder Sinnesbehinderungen bestehen. Angebote, die sich explizit an die Zielgruppe der Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen richten, finden sich jedoch kaum und wenn oft im therapeutischen Kontext in medizinischen oder rehabilitativen Einrichtungen. Die Angebotsstruktur ist noch wenig ausgebaut.
Die Zahl psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen. Inklusive Angebote im Bereich der Gesundheitsförderung helfen, die Lebensqualität aller Mitglieder in der Gesellschaft zu verbessern und so individuelle und gesamtgesellschaftliche Potentiale zu stärken.
Studien haben gezeigt (z.B. Berichte der WHO und der EU), dass Kunst und Kultur einen wichtigen Stellenwert im Hinblick auf Ressourcenstärkung und Gesundheitsförderung einnehmen können und die Resilienz jedes Einzelnen stärken.